Die Mauersegler haben dieses Wochenende endgültig an die Grillen übergeben. Die letzten habe ich am Freitag gesehen und nun ist es still am Himmel. Stattdessen erfüllen die Bäume mit ihrem Kronenrauschen im kühleren Abendwind und ihrem Grillenkonzert die Luft.
Die ersten Worte des Spätsommer tanzen durch die Gegend, noch etwas holprig, doch unverkennbar. Bald schon sprechen wir wieder gemeinsam diese eine Sprache. Eine, die nach Hagebutten schmeckt und wie Goldruten strahlt.
Für mich ist es das erste Jahr in dem mir bewusst wird, wie anders gewichtet der August bereits ist; wie präsent der Spätsommer mit seinen ersten Tanzversuchen bereits ist. Natürlich. Es sind nur noch fünf Wochen bis zum Herbstäquinox und die Morgende sind anders frisch, kühl – ein leiser, sanfter Herbstgruß aus der Ferne, die kaum drei Feldlängen misst.
Mein Eiskaffee schmeckt schon länger als ich zugeben möchte nach Melancholie. Mindestens seit nur noch ein Drittel der Mauersegler ihre letzten screaming parties genossen. Nun ist es still am Himmel.
Still, ja, aber nicht ruhig. Am kommenden Wochenende wechselt die Sonne ins Sternzeichen Jungfrau, einen Tag drauf ist Dunkelmond, und meine Blutung wird um diese Tage einsetzen. Auch in der Dekan-Wanderung durch´s Tarot erreichen wir eine neue Raststätte: die 8 der Erde, Sonne in Jungfrau. Dieses Jahr erleben wir (seit 2023) mal wieder zwei Neumonde in einem Zeichen. Ich bin im Südknoten Jungfrau geboren und spüre einen Umschwung. Ein Gewichtsverlagerung, die mich jetzt schon mit mehr Wurzeln an den Fußsohlen kitzelt. Durch meine mehr oder weniger bewusste Vorarbeit im Urlaub, der erst eine Woche zurückliegt, habe ich eine ausreichend klare Vorstellung von alten und neuen Projekten sowie Werken, die gerade mit jedem Tag, fast mit jeder Tageszeit, mehr Form annehmen und ihre Stimme in mir erklingen lassen.
So wundervoll sich diese Veränderungen auch anfühlen, folgen ihnen selbstverständlich ihre
Schatten: aus Gründen, die ich erst zum Teil zuordnen kann (zu Erfahrungen aus diesem Leben, wer weiß, was in vorigen alles war; gerade reicht mir, was mein Jungfrau-Südknoten darüber sagt – sicher tragen ebenso Erfahrungen meiner Ahnen ihren Teil dazu bei), wird alles in mir fest wenn ich nur ans Wort -arbeiten- im Zusammenhang mit meinen kreativen Projekten und Werken denke. Momentan ersetze ich es einfach mit spielen, machen, werkeln und bisher reicht das, um einfach anzufangen.
Wie jetzt, mit diesem Beitrag.
Bevor ich mich in mein endlich deutlich kühleres Schlafzimmer zum noch-drei-Seiten-lesen begebe, genieße ich noch ein Date mit dem Abendwind, der immer genau dann kommt, wenn die Sonne hinter den Dächern verschwindet. So vertraut. So beruhigend. Mit Luftküssen schmücke ich ihn.
Wer weiß, wohin er sie trägt – hauptsache hinaus in die Welt.
Denn dafür ist sie da, die Liebe. Um die Welt zu schmücken.
Liebst,
Annie